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Frankfurt: Termine - 18.05.06

Exportartikel Menschenrechte. Vortrag von Dr. Peter Strutynski in der Reihe "Leitkultur Menschenrechte".

Von: Peter Menne

Donnerstag, 18. Mai 2006 um 20:00 Uhr

Café Wiesengrund, Frankfurt, Finkenhofstraße 17

Es ist unbestritten, dass die grundlegenden Menschenrechte zum universalen Bestandteil der menschlichen Gesellschaften und der Individuen in der ganzen Welt gehören. Unbestritten ist auch, dass deren Schutz nicht mehr ausschließlich "innere Angelegenheit" der Staaten ist, sondern zunehmend auch Aufgabe des internationalen Staatensystems geworden ist.

Höchst umstritten ist dagegen die Reichweite einer aktiven Menschenrechtspolitik - sei's einzelner Staaten sei's internationaler Institutionen. Genauso umstritten ist das "Recht" Menschenrechte mit Gewalt Drittstaaten aufzuzwingen, etwa unter dem Vorwand der "humanitären Intervention". Die bisherigen Beispiele des militärisch gestützten Exports von Menschenrechten sind jedenfalls ernüchternd.

In dem Beitrag von Peter Strutynski, Politikwissenschaftler der Arbeitsgruppe Friedensforschung an der Uni Kassel, wird demgegenüber die These vertreten, dass jede aktive Menschenrechtspolitik an das geltende Völkerrecht gebunden ist und selbst die Grundsätze des Menschenrechts einhalten muss. Damit scheidet z.B. Krieg als Mittel der Menschenrechtspolitik aus.

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe von Abenden unter dem Titel "Leitkultur Menschenrechte":

Der Ortsverband Frankfurt der Humanistischen Union stellt in Kooperation mit der Frankfurter Rundschau das Thema "Menschenrechte" in den Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe in Frankfurt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten über Ehrenmorde, Zwangsheiraten und Fremdenhass, unerwünschte Karikaturen, Selbstmordattentate und "Anti-Terror-Kreuzzüge", aber auch über Themen wie "Entlassungsproduktivität" und "Pflegenotstand" wirbt die HU für ein alternatives Verständnis des häufig missbrauchten Begriffs der "Leitkultur". Dieser sollte nicht mehr durch religiöse oder nationale Identitäten bestimmt sein, sondern durch ein klares Bekenntnis zu den politischen, sozialen und kulturellen Rechten, die die Vereinten Nationen - zumindest auf dem Papier - jedem menschlichen Individuum garantieren.