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Frankfurt: Termine - 26.05.11

Bedingungsloses Grundeinkommen:
Zukunftsmodell oder zu phantastisch?

Peter Menne

Podiumsdiskussion mit Dr. Sascha Liebermann (Initiative "Freiheit statt Vollbeschäftigung) und Axel Gerntke (IG Metall)

am Donnerstag, den 26. Mai 2011, 20 Uhr

im Club Voltaire, Frankfurt, Kleine Hochstr. 5 (Nähe Fressgass' / Alte Oper)

In was für einer Welt wollen wir leben? Ist ein bedingungsloses Grundeinkommen zielführende Utopie zu einer sozial gerechteren Gesellschaft? Oder phantastisch? Die Frage diskutiert die Humanistische Union mit zwei Experten kontrovers:

Dr. Sascha Liebermann, Initiative "Freiheit statt Vollbeschäftigung" (http://freiheit-statt-vollbeschaeftigung.de/), wirbt für das bedingungslose Grundeinkommen,

und

Axel Gerntke, Ressortleiter Allgemeine Sozialpolitik beim Vorstand der IG Metall (http://igmetall.de/), kritisiert das Grundeinkommen als "kleinbürgerliche Utopie" und verteidigt bestehende Sozialsysteme (http://frankfurt.humanistische-union.de/artikel/detail/back/artikel/article/erwerbsarbeit-demokratisieren/)  kurzfristig, während er langfristig eine solidarische Gesellschaft anstrebt,


am Donnerstag, den 26. Mai 2011
um 20:00 Uhr
im Club Voltaire,
Kleine Hochstraße 5, Frankfurt (Nähe Fressgass' / Alte Oper),
http://www.club-voltaire.de.
Der Eintritt ist frei (Spenden dennoch gerne gesehen).


Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist, dass jede/r einen ausreichenden Betrag erhält, so dass der Zwang zum erwerbsförmigen Arbeiten entfällt. Dank Automation können weitere Routinearbeiten von Maschinen erledigt werden; den Menschen soll Zeit für sinnvolle Arbeit - bezahlt oder ehrenamtlich - verschafft werden. Unter verschiedenen Finanzierungsvorschlägen sticht die Idee heraus, die Konsumsteuern drastisch zu erhöhen und gleichzeitig sämtliche direkten Steuern und Transferleistungen zu streichen.

Ist ein bedingungsloses Grundeinkommen zielführendes Konzept zu einer sozial gerechteren Gesellschaft? Oder eine phantastische Utopie? Gibt es andere, bessere Entwürfe?

Unsere sozialen Sicherungssysteme werden von den Gewerkschaften als wertvolle Errungenschaften verteidigt. Mit dem Grundeinkommen würde vieles abgeschafft - ersatzlos? Wird ein mühsam erkämpftes Erfolgsmodell über Bord geworfen? Oder ein neues Sozialmodell geschaffen, das unbürokratischer funktioniert?

Öffnet die Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen neue Perspektiven? Oder lenkt sie von Auseinandersetzungen um den Erhalt tariflicher und gesetzlicher Sozialleistungen ab?

Ein gut Teil unseres Wohlstands basiert auf ehrenamtlichen Engagement: in der freiwilligen Feuerwehr, beim Roten Kreuz, auch bei Sportvereinen etc. Freiwilligenagenturen fördern das, weitere Betätigungsfelder werden gesucht. Wird freiwilliges Engagement jetzt angemessen gewürdigt? Werden bezahlte, ordentliche Arbeitsverhältnisse darüber verdrängt? Oder gibt es Lebensbereiche, die schwerlich nach den Gesetzen von Markt und Erwerbsarbeit funktionieren können?

Ein bedingungsloses Grundeinkommen entkoppelt Arbeitsleistung und Teilhabe am Wohlstand - ist das wünschenswert? Und gesellschaftlich betrachtet überhaupt möglich? In der Schweiz ist 2012 eine Volksinitiative zum bedingungslosen Grundeinkommen geplant - läuft die Finanzierung so zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk?

Die Humanistische Union (http://frankfurt.humanistische-union.de/) hat zwei Experten zu kontroverser Diskussion eingeladen:

Dr. Sascha Liebermann gehört zu den Gründern der Initiative "Freiheit statt Vollbeschäftigung". Seit 2003 engagiert er sich für den Gedanken des Grundeinkommens. Liebermann studierte Philosophie, Soziologie und Psychoanalyse in Frankfurt und wurde in Soziologie promoviert. 1999 bis 2007 arbeitete er an der TU Dortmund; seit Juni 2010 leitet er eine Forschungsprojekt an der Ruhr Universität Bochum und ist Gastwissenschaftler an der ETH Zürich. Im Mai 2009 stellte er das Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens auf dem HU-Kongress "60 Jahre Grundgesetz - mehr Demokratie wagen!" vor (http://frankfurt.humanistische-union.de/veranstaltungsarchiv/veranstaltungen_detail/browse/1/back/veranstaltungsarchiv/article/60-jahre-grundgesetz-mehr-demokratie-wagen-kongress-der-humanistischen-union-frankfurt/).

Axel Gerntke ist Ressortleiter Allgemeine Sozial- und Arbeitsmarktpolitik beim Vorstand der IG Metall. Gerntke ist Jurist; er engagiert sich stark für Generationengerechtigkeit und gegen Rente mit 67. Er setzte sich auch in Buchbeiträgen kritisch mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens auseinander und sieht die tagespolitische Aufgabe darin, die bestehenden Sozialleistungen und Sozialsysteme zu verteidigen und weiter zu entwickeln. Langfristig geht es ihm um eine solidarische Gesellschaft.